Der September beginnt – und überall ist plötzlich von Herbstdüngung die Rede. Doch für den Rasen ist nicht automatisch Herbst, nur weil der Kalender den Monat gewechselt hat. Gerade nach einem heißen und trockenen Sommer ist jetzt zunächst eine andere Frage entscheidend: Was braucht Ihr Rasen tatsächlich?
Viele Rasenflächen gehen in diesem Jahr geschwächt aus dem Sommer. Gleichzeitig beginnt mit dem September eine Phase, in der die Temperaturen für das Graswachstum wieder günstiger werden können. Der Boden ist noch warm, die extreme Sommerhitze lässt nach und bei ausreichender Wasserversorgung kann der Rasen noch einmal kräftig wachsen.
Deshalb gilt aus meiner Sicht als Greenkeeper:
Herbstdüngung? Nicht der Kalender, Ihr Rasen entscheidet!
Bevor Sie zum Herbstdünger greifen, sollten Sie deshalb zunächst den Zustand Ihrer Rasenfläche beurteilen.
Drei Situationen – drei unterschiedliche Maßnahmen
1. Ihr Rasen ist nach Hitze und Trockenheit noch geschwächt
Gelbe oder braune Flächen, lückiger Wuchs und vertrocknete Halme sind nach längeren Trockenperioden keine Seltenheit.
In diesem Zustand steht nicht die Vorbereitung auf den Winter an erster Stelle, sondern zunächst die Regeneration.
Entscheidend sind jetzt:
- abgestorbenes und vertrocknetes Material aus der Fläche entfernen,
- den Boden wieder ausreichend mit Wasser versorgen,
- den Rasen anschließend gezielt stärken,
- kahle oder tatsächlich abgestorbene Bereiche gegebenenfalls nachsäen.
Für solche Flächen ist unser Animatio® Stärkungsdünger derzeit meist die passendere Wahl als ein klassischer Herbstdünger.
Er unterstützt den Rasen während der Regenerations- und Wachstumsphase, bevor später die eigentliche Herbstdüngung folgt.
Weiterführende Tipps:
→ Hilfe bei vertrocknetem Rasen – so bringen Sie ihn wieder in Form
→ Rasen nachsäen – so reparieren Sie kahle oder abgestorbene Stellen
2. Ihr Rasen ist gesund und wächst noch kräftig
Auch dann besteht Anfang September noch kein Grund, automatisch auf Herbstdüngung umzustellen.
Solange der Rasen aktiv wächst, neue Blätter bildet und regelmäßig gemäht werden muss, befindet er sich weiterhin in einer normalen Vegetationsphase.
Rasengräser reagieren in erster Linie auf ihre tatsächlichen Wachstumsbedingungen. Bei ausreichend warmem Boden, Feuchtigkeit und geeigneten Temperaturen können sie im September und oftmals noch weit in den Oktober hinein aktiv wachsen.
Gerade nach Hitze und Trockenheit kann diese Phase besonders wertvoll sein: Der Rasen bekommt noch einmal Gelegenheit, sich zu regenerieren, Lücken zu schließen und neue Blatt- und Wurzelmasse aufzubauen.
Das bedeutet:
Der Rasen benötigt jetzt nicht schon eine typische Herbstversorgung.
3. Das Wachstum lässt deutlich nach und der Rasen geht tatsächlich in den Herbst
Erst jetzt kommt die eigentliche Herbstdüngung ins Spiel.
Ihr Ziel unterscheidet sich von einer normalen Wachstumsdüngung. Es geht zunehmend darum, den Rasen auf die bevorstehende kühlere Jahreszeit vorzubereiten und seine Widerstandskraft zu unterstützen.
Wann dieser Zeitpunkt erreicht ist, lässt sich jedoch nicht an einem bestimmten Datum festmachen.
Wichtiger sind:
- die aktuelle Witterung,
- die Temperaturen,
- die Wachstumsaktivität des Rasens,
- der Zustand der Rasenfläche,
- die vorherige Pflege und Nährstoffversorgung.
Woran erkenne ich, dass die Zeit für die Herbstdüngung gekommen ist?
Als Orientierung sollten Sie beobachten, wie sich Ihr Rasen entwickelt. Wenn die sommerliche Regenerations- beziehungsweise Wachstumsphase abgeschlossen ist und das Wachstum mit fortschreitender Jahreszeit dauerhaft nachlässt, rückt die Vorbereitung auf Herbst und Winter in den Vordergrund.
Im Beitrag Herbstdüngung beim Rasen: Wann und wie richtig düngen? gehe ich genauer darauf ein.
Das Wichtigste zusammengefasst
- September bedeutet nicht automatisch Herbstdüngung.
- Nach Hitze und Trockenheit benötigen viele Flächen zunächst Regeneration und Stärkung.
- Ein gesunder Rasen kann im Spätsommer und Frühherbst noch kräftig weiterwachsen.
- Diese Wachstumsphase sollte für Regeneration und gegebenenfalls Nachsaat genutzt werden.
- Erst wenn sich die Vegetation tatsächlich in Richtung Herbst verändert, wird die Herbstdüngung zum nächsten sinnvollen Schritt.
- Nicht der Kalender entscheidet – Ihr Rasen entscheidet.





