Rasen neu anlegen – Schritt für Schritt zum neuen Rasen

Eine neue Rasenfläche beginnt nicht mit dem Aussäen der Rasensamen, sondern mit einer guten Vorbereitung.

Denn selbst hochwertiges Saatgut kann sich nur dann zu einem dichten und belastbaren Rasen entwickeln, wenn Standort, Boden, Rasenmischung, Aussaat und die anschließende Pflege zusammenpassen.

In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen Schritt für Schritt, wie Sie einen Rasen neu anlegen – von der Vorbereitung der Fläche bis zum ersten Schnitt.

  Sie sind noch unsicher, ob eine Neuanlage wirklich notwendig ist?


Wann ist eine Rasenneuanlage sinnvoll?

Eine komplette Neuanlage bietet sich vor allem dann an, wenn:

     
  • auf einer Fläche bisher noch kein Rasen vorhanden ist,
  •  
  • nach Bau- oder Gartenarbeiten eine neue Rasenfläche entstehen soll,
  •  
  • der vorhandene Rasen weitgehend zerstört ist,
  •  
  • kaum noch eine erhaltenswerte Grasnarbe vorhanden ist,
  •  
  • oder die Fläche ohnehin grundlegend überarbeitet werden muss.

Ist dagegen noch ein guter Teil des vorhandenen Rasens erhalten und lediglich dünn oder lückig, reicht häufig eine Nachsaat aus.


1. Zuerst den Standort betrachten

Bevor Sie eine Rasensaat auswählen, lohnt sich ein genauer Blick auf die zukünftige Rasenfläche.

Denn nicht jede Rasenmischung eignet sich gleichermaßen für jeden Standort.

Wichtig sind beispielsweise:

     
  • Sonne oder Schatten,
  •  
  • Bodenbeschaffenheit,
  •  
  • Wasserversorgung,
  •  
  • spätere Nutzung und Belastung,
  •  
  • gewünschtes Erscheinungsbild,
  •  
  • und die spätere Pflegeintensität.
  Aber Achtung:  

Wählen Sie eine Rasenmischung nicht nur nach ihrem Namen. Entscheidend ist, dass die enthaltenen Gräser zu Standort und Nutzung passen. Eine ungeeignete Mischung kann zunächst durchaus gut keimen, später aber dauerhaft Probleme bereiten.

2. Die Fläche vorbereiten

Entfernen Sie zunächst vorhandenen Bewuchs, größere Steine, Wurzeln und andere störende Materialien.

Anschließend wird der Boden gründlich gelockert. Verdichtungen sollten bereits jetzt beseitigt werden, denn sie können später die Wasserführung und die Entwicklung der Rasenwurzeln beeinträchtigen.

Danach wird die Fläche möglichst gleichmäßig eingeebnet.

Größere Vertiefungen und Unebenheiten sollten Sie jetzt beseitigen. In einer später geschlossenen Rasenfläche lassen sie sich wesentlich schwieriger korrigieren.

  Mein Greenkeeper-Tipp:  

Nehmen Sie sich für die Vorbereitung der Fläche ausreichend Zeit. Viele spätere Rasenprobleme haben ihre Ursache nicht im Saatgut, sondern in einem schlecht vorbereiteten oder verdichteten Boden.

3. Das Saatbett herstellen

Für die Aussaat benötigen Sie eine möglichst gleichmäßige und feinkrümelige Oberfläche.

Nach der groben Bodenbearbeitung wird die Fläche deshalb mit einem Rechen eingeebnet und die obere Bodenschicht fein vorbereitet.

Der Boden sollte anschließend ausreichend fest sein, damit Sie beim Betreten nicht tief einsinken. Gleichzeitig darf die Oberfläche nicht so stark verdichtet sein, dass Wasser schlecht eindringen kann.

Ziel ist ein ebenes, ausreichend festes und feinkrümeliges Saatbett.

4. Die passende Rasensaat auswählen

Jetzt wird die Rasenmischung gewählt, die zu Standort und späterer Nutzung passt.

Die enthaltenen Grasarten und Sorten unterscheiden sich unter anderem hinsichtlich:

     
  • Keimgeschwindigkeit,
  •  
  • Belastbarkeit,
  •  
  • Trockenheitsverträglichkeit,
  •  
  • Schattenverträglichkeit,
  •  
  • Blattstruktur,
  •  
  • Farbe,
  •  
  • und Regenerationsvermögen.

Die Wahl der Rasensaat legt damit einen wichtigen Grundstein für das spätere Erscheinungsbild und die Belastbarkeit Ihres Rasens.

Denken Sie schon an spätere Reparaturen

Wenn Sie Ihren Rasen neu anlegen, kann es sinnvoll sein, eine kleine Menge derselben Rasensaat für spätere Reparaturen aufzubewahren.

Entstehen später einzelne kahle Stellen, können Sie diese wieder mit derselben Mischung einsäen. So bleiben Farbe, Blattstruktur und Wuchscharakter möglichst nah am übrigen Rasen.

Lagern Sie die Rasensaat dafür trocken, kühl und gut verschlossen. Beachten Sie, dass die Keimfähigkeit mit zunehmender Lagerdauer zurückgehen kann.

5. Die richtige Saatmenge bestimmen

Wie viel Rasensaat Sie benötigen, hängt von der verwendeten Rasenmischung und der Größe Ihrer Fläche ab.

Orientieren Sie sich an der vom Hersteller angegebenen Ansaatmenge in Gramm pro Quadratmeter.

Mehr Saatgut bedeutet nicht automatisch einen besseren Rasen.

Eine zu hohe Saatdichte führt zu unnötiger Konkurrenz zwischen den jungen Graspflanzen. Halten Sie sich deshalb möglichst an die Empfehlung für die jeweilige Mischung.

Mit unserem Rasensaat-Bedarfsrechner können Sie künftig aus Ihrer Rasenfläche und der empfohlenen Ansaatmenge den benötigten Saatgutbedarf berechnen.

6. Rasensaat gleichmäßig ausbringen

Das Saatgut sollte möglichst gleichmäßig über die gesamte Fläche verteilt werden.

Bei kleineren Flächen können Sie die benötigte Saatmenge in zwei Portionen teilen:

     
  • eine Hälfte längs über die Fläche,
  •  
  • die andere Hälfte quer dazu.

Dadurch lässt sich eine gleichmäßigere Verteilung erreichen.

Größere Flächen können mit einem geeigneten Streugerät eingesät werden.

Säen Sie möglichst bei windstillem Wetter. Rasensamen sind leicht und können bei Wind schnell ungleichmäßig verteilt werden.

7. Saatgut leicht einarbeiten und für Bodenkontakt sorgen

Nach der Aussaat wird das Saatgut mit einem Rechen nur leicht in die oberste Bodenschicht eingearbeitet.

Rasensamen sollten nicht tief vergraben werden.

Anschließend wird die Fläche vorsichtig angewalzt oder auf kleineren Flächen behutsam angedrückt.

Damit bekommt der Rasensamen guten Kontakt zum Boden. Dieser Bodenschluss unterstützt eine gleichmäßige Wasserversorgung und damit die Keimung.

8. Jetzt entscheidet das Wasser über den Erfolg

Nach der Aussaat wird die Fläche vorsichtig gewässert.

Verwenden Sie einen feinen Rasensprenger oder eine entsprechend feine Beregnung, damit die Samen nicht zusammengeschwemmt oder ausgespült werden.

Ab jetzt gilt:

Das Saatbett darf während der Keimphase nicht austrocknen.

Die jungen Keimlinge besitzen zunächst noch kein tiefreichendes Wurzelsystem. Sie sind deshalb auf die Feuchtigkeit in der obersten Bodenschicht angewiesen.

Bei warmem und trockenem Wetter können mehrere kurze Bewässerungen am Tag erforderlich sein.

  Mein Greenkeeper-Tipp:  

Entscheidend ist nicht, dass die Bodenoberfläche gelegentlich nass aussieht. Der unmittelbare Keimbereich muss während der Keimphase gleichmäßig feucht bleiben und darf zwischen den Bewässerungen nicht vollständig austrocknen.

9. Geduld – nicht alle Rasengräser keimen gleichzeitig

Wenn nach einigen Tagen die ersten grünen Spitzen sichtbar werden, bedeutet das noch nicht, dass die gesamte Rasenmischung gekeimt hat.

Die enthaltenen Grasarten können unterschiedliche Keimzeiten besitzen. Einige laufen relativ schnell auf, andere benötigen deutlich länger.

Deshalb:

Weiter zuverlässig feucht halten und der Fläche Zeit geben.

Vermeiden Sie in dieser Phase möglichst unnötiges Betreten und stärkere Beanspruchungen.

10. Wenn viele junge Grashalme sichtbar sind: erste Düngung

Zu Beginn der Keimung lebt der Rasensamen zunächst von seinen eigenen Reserven.

Entscheidend ist deshalb zunächst nicht die Düngung, sondern eine zuverlässige Wasserversorgung. Das Saatbett muss während der Keimphase gleichmäßig feucht bleiben.

Sobald viele junge Grashalme sichtbar sind und die Fläche vorsichtig betreten werden kann, ohne die jungen Pflanzen oder den noch weichen Boden zu beschädigen, kann die erste Düngung erfolgen.

Bei Animatio empfehlen wir dafür den Stärkungsdünger. Er unterstützt die weitere Entwicklung der jungen Rasenpflanzen beim Aufbau von Wurzeln und Blattmasse.

Bringen Sie den Dünger möglichst schonend und mit wenigen Laufwegen auf der Fläche aus. Vermeiden Sie unnötiges Betreten oder starke Belastungen des jungen Rasens.

Nach der Ausbringung sollte der Dünger gründlich eingewässert werden.

Aussäen → Keimfeuchte sichern → viele junge Grashalme entwickeln lassen → vorsichtig düngen → Dünger einwässern.

11. Der erste Schnitt

Wenn die jungen Gräser ungefähr 8 bis 10 Zentimeter hoch sind, ist der Zeitpunkt für den ersten Schnitt gekommen.

Mähen Sie dabei nicht zu tief. Für einen normalen Gebrauchsrasen kann zunächst auf ungefähr 4 bis 5 Zentimeter zurückgeschnitten werden.

Das Messer des Rasenmähers sollte scharf sein.

Die jungen Pflanzen sind noch nicht so fest verwurzelt wie ein etablierter Rasen. Ein stumpfes Mähmesser kann Pflanzen eher herausziehen oder ausfransen, statt sie sauber abzuschneiden.

Regelmäßiges Mähen fördert anschließend die Bestockung der Gräser und damit die Ausbildung einer zunehmend dichteren Rasennarbe.

Wann ist der beste Zeitpunkt für eine Rasenneuanlage?

Besonders gute Voraussetzungen finden sich häufig im Spätsommer und frühen Herbst.

Der Boden besitzt noch die Wärme des Sommers, während große Hitze und starke Verdunstung meist langsam nachlassen.

Damit treffen zwei wichtige Voraussetzungen zusammen:

warmer Boden und eine leichter sicherzustellende Wasserversorgung.

Auch das Frühjahr eignet sich für eine Rasenneuanlage, sobald der Boden ausreichend erwärmt ist.

Bei großer Sommerhitze und Trockenheit ist eine Neuanlage dagegen wesentlich anspruchsvoller, weil die notwendige Keimfeuchte zuverlässig sichergestellt werden muss.

Häufige Fehler bei der Rasenneuanlage

     
  • Die Rasenmischung wird nicht passend zum Standort ausgewählt.
  •  
  • Bodenverdichtungen werden vor der Aussaat nicht beseitigt.
  •  
  • Die Fläche wird nicht ausreichend eingeebnet.
  •  
  • Das Saatbett ist zu grob oder zu locker.
  •  
  • Es wird deutlich mehr Saatgut als empfohlen ausgebracht.
  •  
  • Das Saatgut wird zu tief eingearbeitet.
  •  
  • Nach der Aussaat fehlt ausreichender Bodenkontakt.
  •  
  • Die Fläche trocknet während der Keimphase aus.
  •  
  • Die Fläche wird zu früh stark betreten oder belastet.
  •  
  • Der erste Schnitt erfolgt zu früh oder zu tief.
  •  
  • Die unterschiedlichen Keimzeiten der enthaltenen Gräser werden nicht berücksichtigt.
  Das Wichtigste in Kürze  
       
  • Standort und spätere Nutzung bei der Auswahl der Rasensaat berücksichtigen.
  •    
  • Boden gründlich vorbereiten und Verdichtungen beseitigen.
  •    
  • Ein ebenes und feinkrümeliges Saatbett herstellen.
  •    
  • Eine zum Standort passende Rasenmischung verwenden.
  •    
  • Die Ansaatmenge des Herstellers beachten.
  •    
  • Saatgut gleichmäßig verteilen und nur leicht einarbeiten.
  •    
  • Für guten Bodenkontakt sorgen.
  •    
  • Während der Keimphase zuverlässig feucht halten.
  •    
  • Wenn viele junge Grashalme sichtbar sind, vorsichtig düngen und anschließend einwässern.
  •    
  • Den ersten Schnitt bei etwa 8 bis 10 cm Wuchshöhe durchführen.
  •    
  • Etwas von derselben Rasensaat für spätere Reparaturen aufbewahren.
  •  

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